Die Pulverbeschichtung gilt als besonders robuste Oberflächenlösung. Damit sie funktioniert, muss der Werkstoff allerdings zwei Voraussetzungen erfüllen: Er muss hitzebeständig und elektrisch leitfähig sein. In der Praxis ist das Verfahren deshalb auf Metalle beschränkt. Dieser Beitrag zeigt, welche Metalle in Frage kommen, worauf es je Werkstoff ankommt und wo die Grenzen liegen.
Die kurze Antwort
Ein Werkstoff muss zwei Voraussetzungen erfüllen: Er muss hitzebeständig und elektrisch leitfähig sein. In unserem Anwendungsbereich ist das Verfahren daher auf Metalle beschränkt. Die Klassiker sind Stahl, Aluminium, verzinkte Teile und Guss. Werkstoffe wie Kunststoff oder Holz kommen nicht in Frage, weil sie diese Voraussetzungen nicht erfüllen.
Warum es auf den Werkstoff ankommt
Beim Pulverbeschichten wird das Pulver elektrostatisch aufgeladen und haftet dadurch am Bauteil. Anschließend schmilzt es im Ofen und vernetzt sich zu einer festen Oberfläche. Daraus ergeben sich zwei Bedingungen. Das Material muss den Strom leiten, damit das Pulver überhaupt haftet, und es muss die Einbrenntemperatur aushalten, ohne Schaden zu nehmen. Genau deshalb beschränkt sich die Pulverbeschichtung in der Praxis auf Metalle.
Stahl
Stahl ist der am häufigsten beschichtete Werkstoff. Er ist gut leitfähig, formstabil und hält die Temperaturen problemlos aus. Wichtig ist eine saubere Vorbehandlung, denn Rost und Zunder müssen vollständig entfernt werden. Das geschieht meist durch Sandstrahlen. Auf einer sauberen, angerauten Oberfläche haftet das Pulver optimal und schützt den Stahl dauerhaft vor Korrosion.
Aluminium
Aluminium ist leicht, leitfähig und ebenfalls gut geeignet, etwa für Fassadenteile, Rahmen oder Felgen. Zu beachten ist, dass Aluminium empfindlicher auf hohe Temperaturen reagiert als Stahl. Pulver und Einbrenntemperatur werden deshalb auf den Werkstoff abgestimmt. Für Bauteile im Außenbereich empfiehlt sich eine passende Vorbehandlung, damit die Beschichtung auch bei Witterung langfristig hält.
Verzinkte Teile
Verzinkte Bauteile lassen sich pulverbeschichten und profitieren sogar besonders davon. Die Kombination aus Verzinkung und Pulverbeschichtung, das sogenannte Duplex-System, verbindet den Korrosionsschutz der Zinkschicht mit einer widerstandsfähigen, farbigen Oberfläche. Im Außenbereich ist das eine sehr langlebige Lösung. Allerdings braucht Zink besondere Aufmerksamkeit, denn beim Erhitzen kann Gas aus der Zinkschicht entweichen und kleine Blasen oder Poren verursachen. Dem begegnet man mit einem vorgeschalteten Ausgasen und einer angepassten Vorbehandlung.
Guss
Gussteile sind grundsätzlich beschichtbar, stellen aber besondere Anforderungen. Das poröse Gefüge kann beim Erhitzen ebenfalls ausgasen, was ohne passende Vorbehandlung zu Fehlstellen führt. Mit der richtigen Reinigung, oft durch Strahlen, und einem angepassten Ablauf lassen sich auch Gussteile sauber und dauerhaft beschichten.
Wo die Grenzen liegen
Nicht geeignet sind Werkstoffe, die den Strom nicht leiten oder die Hitze nicht vertragen. Dazu zählen die meisten Kunststoffe, Holz und temperaturempfindliche Verbundteile. Auch fest verbaute Dichtungen, Kunststoffclips oder elektronische Komponenten müssen vor dem Einbrennen entfernt werden. In solchen Fällen ist eine Nasslackierung oft die bessere Wahl. Welches Verfahren wann passt, haben wir im Vergleich von Pulverbeschichtung und Nasslackierung ausführlich beschrieben.
Häufige Fragen
Kann man Edelstahl pulverbeschichten?
Ja. Edelstahl ist hitzebeständig und leitfähig und lässt sich gut beschichten.
Kann man Kunststoff pulverbeschichten?
Nein, dafür ist Kunststoff nicht hitzebeständig genug.
Hält die Beschichtung auf verzinkten Teilen?
Ja, sogar besonders gut, wenn die Vorbehandlung stimmt.
Wie lange hält eine Pulverbeschichtung?
Bei fachgerechter Ausführung viele Jahre, mehr dazu in unserem Beitrag zur Haltbarkeit.
Pulverbeschichtung in Obergartzem, Euskirchen, Köln, Bonn und Aachen
Die Jornitz & Co. GmbH aus Mechernich beschichtet Bauteile bis 6,5 Meter Länge, für Privatkunden ebenso wie für Industrie, Metallbau und Fahrzeugtechnik. Ob Stahl, Aluminium, verzinkt oder Guss, wir beurteilen Ihr Bauteil und empfehlen die passende Vorbehandlung.
Fazit
Pulverbeschichten lassen sich vor allem Metalle wie Stahl, Aluminium, verzinkte Teile und Guss. Der Schlüssel liegt in der Vorbehandlung, die je Werkstoff unterschiedlich ausfällt. Wer sein Bauteil vorab fachlich einschätzen lässt, bekommt eine Oberfläche, die viele Jahre hält.
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